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Menschensortiertechnologie - Rainer Mühlhoff auf der re:publica 2026

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  Seit gut einem Jahr verweisen wir sehr gerne auf die inspirierenden Arbeiten von Rainer Mühlhoff, der als Hochschullehrer für „Ethics and Critical Theory of AI“ an der Universität Osnabrück arbeitet. Seine kenntnisreich kritischen Argumentationen haben für unseren Blick auf Beratung im Kontext von KI-Entwicklung einen hoch bedeutsamen Stellenwert.  Schon Beratung allein geschieht nicht in einem kultur- oder politikfreien Raum jenseits gesellschaftlicher Verhältnisse. Durch ihre technologische Einbindung in KI-Produkte kommt nun ein weiterer Bezugsbereich dazu: Das Verhältnis von Beratung und KI muss auch im Kontext technologischer Entwicklungen sowie deren ökonomischen, politischen, sozialen, ökologischen und ideologischen Implikationen betrachtet werden.  Die Gefahren der KI-Technologie sowie ihre strukturelle Nähe zu faschistischen Entwicklungen zeigt Rainer Mühlhoff schon in seinem gehaltvollen Reclam-Band zu „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ (Mühlhoff...

Zwischen Ohnmacht und Selbstermächtigung (Gerhard Hintenberger)

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Wir freuen uns, mit dem Artikel von Gerhard Hintenberger einen hoch lesenswerten Beitrag in unserem Blog veröffentlichen zu dürfen. Gerhard reflektiert grundlegend ethische Aspekte im Umgang mit kommunikativer KI und verdeutlicht, wie diese als Tool in Beratungen einsetzbar ist: grundlegende Reflexion sowie Handlungsorientierung zugleich.  Wenn Gerhard bilanziert, dass „zwischen Ohnmacht und Selbstermächtigung ... ein Weg (liegt), der weder in panischer Abwehr noch in unkritischer Umarmung besteht“, sondern der „ethische Reflexion, professionelle Haltung, kontinuierliche Kompetenzentwicklung und den Mut Neues zu erproben“ erfordert, dann trifft das mehr als genau die Ausrichtung unseres Blogs.   Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in „Blickpunkt - EFL Beratung 1/2026“, der Fachzeitschrift des Bundesverbandes der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberater:innen e.V. und wir bedanken uns für die Möglichkeit, den Artikel veröffentlichen zu können. Den ganzen Artikel gibt es ...

KI, Kant Immanuel: Was ist KI-Aufklärung?

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 Brauchen wir eine KI-Aufklärung?  Die Welt ist voller Ergebnisse und voll mit Produkten der KI-Systeme: Texte, Musik, Bilder, Videos - der Imitation sind keine Grenzen mehr gesetzt. Und das Missverstehen nimmt zu, dass es sich bei diesen Imitationen in irgendeiner Form um Bewusstsein oder gar Leben handeln könnte. Willkommen im KI-Hype.  So nutzen wir selbst eine Imitation des berühmten Textes von Immanuel Kant „Was ist Aufklärung?“, um eine KI-Aufklärung anzuregen. Haben wir mehr Mut, uns selbst unseres eigenen Verstandes ohne Leitung eines algorithmischen Systems zu bedienen. Hier der ganze Text „KI - Kant Immanuel: Was ist KI-Aufklärung?"

Handreichung für Ratsuchende und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz

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  Ratsuchende, Klient:innen, Patient:innen nutzen die Kommunikation mit „Künstlicher Intelligenz“ zunehmend auch, um sich Informationen, Ratschläge und Beratung zu holen. Dies wird oftmals als unterstützend und hilfreich wahrgenommen. Ratsuchende nutzen KI-Systeme damit für Zwecke und Ziele, die sonst vor allem in der Beratung verortet waren: Entlastungsfunktion, Reflexion, Bestärkung, Klärung etc.  Fachkräften der Beratung wächst damit eine neue Funktion zu: Lotse und Lotsin für die Nutzung von KI zu sein.  Die „Handreichung für Ratsuchende und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz“ (Version 2.0) soll hier eine Anregung geben, die Ratsuchenden in ihrem eigenen Umgang mit KI zu informieren, zu unterstützen und das Angebot zu machen, dass Fachkräfte der Beratung auch dafür Expert:innen sind, die Ergebnisse und Vorschläge eines KI-Chatbots fachlich zu prüfen und gemeinsam zu reflektieren. Die Handreichung ist unter der Lizenz Creative Commons  CC BY 4.0 veröffentlich...

Ein erstes Begriffsinventar zu einer Theorie Künstlicher Kommunikation in der Beratung

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  Künstliche Intelligenz ist als Begriff irreführend, da die KI-Programme nicht intelligent sind. Sie folgen probabilistischen Rechenoperationen, können weder fühlen, denken, noch verstehen – und führen keine Gespräche, erst recht keine Beratungsgespräche. Hiervon ausgehend wird ein neues Begriffsinventar erforderlich, das diese technologischen Aspekte für die Beratung benennt und reflektiert. Wir schlagen hierzu folgende Begriffe vor.  In der Kommunikation mit sogenannter Künstlicher Intelligenz (LLMs) entsteht Künstliche Kommunikation (Esposito, 2022), diese ist eine Kommunikation zwischen Menschen und Technologie: Sie ist zwar kommunikativ real als Gespräch erlebbar, zugleich aber nur eine technologiebasierte Simulation einer Gesprächssituation. [...] Den ganzen Text "Ein erstes Begriffsinventar zu einer Theorie Künstlicher Kommunikation in der Beratung" gibt es hier als PDF.

WTF - Jony Ive und Sam Altman - ein Hypeversprechen ohne Dialog

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Bevor Sie unseren heutigen Beitrag lesen, können Sie für sich selbst entscheiden: Erst den Beitrag lesen und dann das Video schauen, um das es geht – oder Sie werfen einen ersten Blick in das Video und lesen dann den Text.  Video: Sam and Jony introduce io  Update Juli 2025: Das ursprüngliche Video wurde inzwischen gelöscht, eine Kopie findet sich z.B. hier . Nach unserem WTF-Beitrag vom 21. März 2025 müssen wir es schon wieder tun: Wir müssen die aktuellen Rahmenbedingungen von sogenannter Künstlicher „Intelligenz“  und einem ihrem Hauptvertreter „ChatGPT“ kommentieren, da sich immer wieder neue technologiepolitische Aspekte ergeben, in die unsere Thematik eingebunden ist.  Heute geht es also wiederum um die Hinterbühne dieser Technik und es geht auch ohne ELIZA um den WEIZENBAUM-EFFEKT ( vgl. Blogbeitrag vom 18.05. ).  Im Zentrum steht dieses Mal ein aktueller Werbespot mit dem Titel: „Sam and Jony introduce io“. Da treffen sich zwei Männer im Café Zoetrope i...

ELIZA und die Falle der Anthropomorphisierung - Kommunikation mit künstlicher „Intelligenz“ - Kapitel 2

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   “The intent of the above remarks is to further rob ELIZA of the aura of magic to which its application to psychological subject matter has to some extend contributed. Seen in the coldest possible light, ELIZA is a translating processor …”  (Joseph Weizenbaum, 1966, S. 43) In der Literatur zu Chatbots, Sprachsystemen, kommunikativer KI etc. nimmt ELIZA einen festen Platz ein. ELIZA ist ein kleines auf 2.600 Zeilen Code basierendes Programm, das der deutsch-US-amerikanische Informatiker Joseph Weizenbaum Mitte der 1960er Jahre am MIT entwickelte. Er benannte es nach der Figur des Blumenmädchens Eliza Doolittle aus dem Schauspiel Pygmalion von George Bernhard Shaw, nebenbei: 1913 uraufgeführt am Wiener Burgtheater. Weizenbaum beabsichtigte mit diesem Programm, die Möglichkeiten schriftsprachlicher Kommunikation (als eine einfache NLP (natural language processing) Anwendung) mit einem Computer interaktiv und anschaulich zu verdeutlichen. Das Programm enthielt, neben zwei w...